Gottesdienst zuhause für Misericordias Domini


KERZE anzünden

STILLE

Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Gebet:  

Gott,

wir wollen gern über unser Leben bestimmen und gehen oftmals in die Irre.

Führe uns und bewahre uns durch die Kraft deiner Barmherzigkeit,

wie sie uns vor Augen steht in Christus, den guten Hirten.

Amen

 

Ps 23

 

Liebe Gemeinde,

Seid so barmherzig wie euer Vater im Himmel, heißt es in Lk. 6,36.

Die Barmherzigkeit soll an diesem Sonntag besonders in den Blick kommen. Um dies zu veranschaulichen, wird das Bild des Guten Hirten verwendet. Der Hirte kümmert sich um seine Schafe. Jedes einzelne Tier ist ihm wichtig. Deshalb geht er jedem weggelaufenen Schaf nach; keins soll verloren gehen. Der Hirte setzt sich mit Hingabe für den Schutz und für das Wohlergehen seiner Tiere ein.

So ist nach Psalm 23 auch Gott zu uns: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser...und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück“.Mit Vertrauen kann ich in dieser Welt leben trotz Beschwernisse, mit denen ich zu kämpfen habe.

Die Menschen, die auf diese Barmherzigkeit Gottes hinweisen sollen, und beruflich in der Kirche tätig sind, werden Pastor*in (=Hirte*in) genannt. Sie sollen quasi Hirten der Gemeinden sein und die Herde Gottes weiden; sie sollen den richtigen Weg weisen. Im 1. Petrusbrief Kap 5, 1-4 wird gesagt, dass die Leiter der Gemeinde frei aus dem Glauben heraus, aus vollem Herzen handeln sollen. Schändliche Gewinnsucht, monetäre Bereicherung und Herrschaftsstreben dürfen dabei nicht bestimmend sein. Sie sollen vielmehr Vorbilder im Glauben sein.

Dies würde m.E. heutzutage bedeuten, dass der Umgang in der Kirche von Ehrlichkeit geprägt sein sollte. Ehrlich miteinander umzugehen und Fehler zuzugeben, würden dann den täglichen Umgang miteinander bestimmen. Es wäre der Abschied vom heroischen Denken und von der Vorstellung, die Kirche wäre fehlerfrei und unfehlbar.

Zur Ehrlichkeit würde auch gehören zuzugeben, dass es in der Kirche Streit gibt. Gern wird so getan, als ob es in der Kirche keinen Streit geben dürfte. Nach außen soll ein friedvolles Bild gezeigt werden. Aber es wäre besser, offen miteinander zu streiten, so z.B. um das richtige Verständnis biblischer Texte, um ethische Fragen oder um die zukünftige Gestaltung der Kirche. Der Mut, offen zu streiten ohne Machtstreben und Herabsetzung des Gegenüber, ohne Gehässigkeit aber konstruktiv wäre dann die Streitkultur in der Kirche.

Schließlich wäre es wichtig, Macht innerhalb der Kirche offen zuzulassen. Leben und arbeiten Menschen in dieser Welt zusammen, dann übernimmt immer irgendwie jemand Macht. Wird Macht nicht zugelassen, dann wird Macht doch irgendwie unklar ausgeübt. Leitung sollte folglich verliehen werden zum Wohle der Menschen, begrenzt und kontrolliert, wobei auch Raum zum Mitwirken vieler gegeben wird. Die Menschen würden solidarisch und verantwortlich miteinander umgehen ohne Herrschaft im diktatorischen Stil, also „nicht als solche, die über die Gemeinden herrschen“, wie es im 1. Petr.5,3 heißt.

Dies als Ziel zu haben und danach zu streben, dazu möchte uns der Geist Gottes bewegen. Aber wir Menschen sind fehlerhaft, gehen in die Irre, sind Sünder. Wir sind keine Heilige im katholischen Sinne, keine Herren im Glauben. Deswegen brauchen wir die Macht der Barmherzigkeit Gottes. Sie gibt uns die Kraft, barmherzig zu sein. Sie bewegt uns, aus vollem Herzen zu leben und zu handeln.

Was ein Mensch mit Barmherzigkeit in die Welt hinaus gibt, geht nicht verloren (nach A. Schweitzer).

Amen

 

 

FÜRBITTE:

Gott,

wir sagen dir Dank für deine Barmherzigkeit, mit der du uns begegnest. 

Wir sind oftmals nicht in der Lage, aus diesem Geist heraus das Leben zu

fördern und gute Botschafter zu sein. Schenk uns daher  Weisheit und  Kraft,

um in deinem Sinne Dienst zu tun. Gib uns deinen barmherzigen Geist,  

dass wir hoffen und helfen, dass wir teilen können. Hilf denen, die verfolgt werden, die leiden, die gehasst werden und Gewalt erfahren müssen. Sei mit den Sterbenden und

schenke Zuversicht. 

 

                      -    persönliche Bitten -

 

Wir danken Dir für die, die für uns da sind:
für Helferinnen und Helfer, für das mutige und ausdauernde Ärzte- und Pflegepersonal , für die Verkäuferinnen und Verkäufer, für alle Einsatzkräfte und für die Menschen in Politik und Gesellschaft, die Verantwortung tragen.

Gott lass uns nicht verloren gehen und schenke uns deinen Frieden.                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

 

VATERUNSER

Amen

 

SEGEN:

GOTT segne und behüte dich

GOTT lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig

GOTT erhebe sein Angesicht auf dich und gebe Dir seinen Frieden.

AMEN