Gottesdienst für zuhause für Ostersonntag


KERZE anzünden

 

STILLE

 

Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Gebet:  

Halleluja! Gottes Liebe ist stärker als der Tod!

Gott, mit dir sind wie verbunden auch über Grenzen hinweg. Sei uns nahe,

stärke uns mit deinem heiligen Geist, gerade jetzt, wo wir auf Distanz leben müssen 

und nicht in Kirchen Ostern feiern können. 

Wir sind gewiss: deine Liebe ist stärker als der Tod. Halleluja!

Ps 118, 14-24

 

 

Liebe Gemeinde,

Ostern – das ist das Fest des Lebens und der Freude. Dies korrespondiert mit unseren Erfahrungen in der Frühlingszeit. Wir spüren die Lebenskraft der Natur. Der Frühling belebt. Er weckt neue Kräfte, neues Leben. Wir freuen uns über die hervor sprießenden Blumen und sind begeistert von den wunderschönen Blüten. Zu Ostern taufen wir gern Kinder und heißen das neue Leben in unserer Kirche willkommen. Ostern stimmt uns auf Lebensfreude ein.

Der Lübecker Dichter Emanuel Geibel beschreibt es wie folgt:

Und dräut der Winter noch so sehr, mit trotzigen Gebärden, und streut er Eis und Schnee umher, es muss doch Frühling werden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut, als sei die Höll auf Erden, nur unverzagt auf Gott gebaut, es muss doch Frühling werden.

In diesem Jahr hat das Osterfest jedoch eine besondere Stimmung. Es ist nicht möglich, mit anderen zusammen zu feiern, mit dem Freundeskreis in der Natur spazieren zu gehen oder in der Kirche zusammen das Osterfest zu begehen. Wir sind vielmehr auf uns zurückgeworfen. Wir müssen möglichst zuhause sein und allein oder im kleinen Familienkreis Ostern feiern. Wir müssen auf Distanz die Beziehungen pflegen. Dies fällt schwer und belastet. Das bewirkt Stress.

Aber vielleicht kann diese besondere Situation, diese Ausnahmesituation, uns aufrütteln, uns die Augen öffnen. Wir merken vielleicht, wie wichtig Beziehungen sind. Leben heißt in Beziehung - Sein. Uns wird bewusst, der Tod ist da, wo Beziehungslosigkeit herrscht. Damit ist nicht nur der natürliche Tod am Ende des Lebens gemeint. Der Tod herrscht auch auf andere Weisen; eben dort, wo Beziehungslosigkeit herrscht. Die Macht des Todes ist überall in unserem Leben:

Wenn Menschen andere für ihre Ziele ausnutzen, wenn Gewalt herrscht, wenn Menschen andere zynisch niedermachen, wenn Terror verbreitet wird, wenn Menschen cool sein wollen, indem sie die Gefahr durch den Coronavirus lächerlich machen und Menschen anniesen oder zu „give five“ auffordern. Diese Macht des Todes ist eine Macht, die auf uns einwirken will, uns an Raum und Zeit fesselt, und uns von Gottes Geist entfernt. Diese Kraft des Todes ist der Egoismus, die Beziehungslosigkeit, die Lieblosigkeit.

Ostern nun bedeutet: Der Tod ist nicht der Alleinherrscher in dieser Welt. Gottes Liebe ist so stark wie der Tod und verwindet ihn. Leev överwind all Ding. Die Flamme der Liebe Gottes ist in diese Welt gesetzt. Die Liebe Gottes ist die Kraft, die Leben hervorbringt. Sie schafft Beziehung zwischen mir und Gott und unter uns Menschen.

Wenn ich einen Menschen besuche, der sich einsam fühlt und ich ihm Lebensmut gebe, dann wird die Liebe Gottes in dieser Welt spürbar. Oder wenn ich einem Menschen beistehe, der sich um seine finanzielle Sicherheit schwere Sorgen macht, wenn ich einen Menschen tröste, der trauert, dann trage ich dazu bei , dass das Licht Gottes in dieser Welt leuchtet.

Dies geschieht in der Zuversicht, dass Jesus Christus dem Tode die Macht genommen hat und das Leben ans Licht gebracht durch das Evangelium (vgl. 2. Timotheus 1,10).

Oder wie Dietrich Bonhoeffer in seinem Neujahrsgedicht sagt: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Amen

 

FÜRBITTE:

Gott,

dein Licht strahlt an diesem Osterfest im Dunkel dieser Welt. 

Sei du mit denen, die hoffnungslos sind.

Sei mit den Menschen, die schuldig geworden sind, 

stehe den Sterbenden bei, stärke die, die am Rande des Weges stehen. 

Verändere deren Leben zum Guten, damit sie aufatmen können.

Wir danken Dir für die, die für uns da sind:
für Helferinnen und Helfer, für das mutige und ausdauernde Ärzte- und Pflegepersonal , für die Verkäuferinnen und Verkäufer, für alle Einsatzkräfte und für die Menschen in Politik und Gesellschaft, die Verantwortung tragen.

Gott, schenke uns Zuversicht, besiege die, die Schrecken verbreiten, überwinde das Böse und siege wider den Tod.

 

VATERUNSER

Amen

 

SEGEN:

GOTT segne und behüte dich

GOTT lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig

GOTT erhebe sein Angesicht auf dich und gebe Dir seinen Frieden.

AMEN