Weihnachtsoratorium 2019 Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach in St. Aegidien zu Lübeck


Der Jugendchor an St. Aegidien und der Oberstufenchor des Johanneums führen in diesem Jahr gemeinsam das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach auf. In den beiden Konzerten am dritten Adventssonntag, 15. Dezember 2019, um 16 und 19 Uhr erklingen die Teile 1 - 3 des Leipziger Thomaskantors. Die Mitglieder des Orchesters werden auf historischen Instrumenten ‚den Ton angeben‘. Die Konzerte werden ein Fest unseres musikalischen Nachwuchses sein, denn erstmals wird dieses Werk in St. Aegidien allein mit Jugendlichen im Chor besetzt sein. Als Solisten konnten Amrei Beuerle (Sopran), Milena Juhl (Alt), Tobias Hunger (Tenor) und Simeon Nachtsheim (Bass) gewonnen werden, die musikalische Leitung teilen sich Eva-Maria Salomon und Eckhard Bürger. Karten zu 25,- 19,- 10,- Euro (ermäßigt: 19,- 14,- 8,- Euro) zzgl. VVK-Gebühren gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen Konzert 16:00 Uhr / Konzert 19:00 Uhr und unter www.aegidien-kirche-luebeck.de/veranstaltungen.

 

Hintergrund

Der Eingangschor des Kantatenzyklus von Johann Sebastian Bach aus dem Jahre 1734 stellt ohne Frage eines der bekanntesten und schönsten Stücke dar. Es ist kein Wunder, wenn er für viele Menschen unserer Tage in der Adventszeit nicht fehlen darf, denn kein Musiker oder Zuhörer kann sich dem Schwung des „Jauchzet, frohlocket…“ entziehen. Dann beginnt die Erzählung des Evangelisten Lukas, die mit dem Bild der Krippe zunächst abgeschlossen wird. Der Textdichter reflektiert danach in drei Stücken die Hinwendung Gottes in dieser Niedrigkeit der Welt: „Er ist auf Erden kommen arm“, der Choral - von den Sopranstimmen vorgetragen im Wechsel mit dem Bass-Solisten -, in der Trompetenarie „Großer Herr, o starker König“ und im Schlusssatz „Ach mein herzliebes Jesulein“.

Die zweite Kantate erhält ihr stilles Gepräge durch die vier Oboen, die im Wechsel mit den Streichern und Flöten in der großartigen Sinfonia die Szenerie der Hirten symbolisieren. Der Engel Gottes erscheint den Hirten, und der Bass-Solist spannt mit seinem Rückgriff auf das Alte Testament („Was Gott dem Abraham verheißen“) einen großen weltgeschichtlichen Bogen. Tenor und Alt stehen bei den Arien „Frohe Hirten, eilt“ und „Schlafe, mein Liebster“ im Mittelpunkt bevor der Chor die himmlische Wucht der Engel im groß angelegten „Ehre sei Gott in der Höhe“ darstellt. Der Schlusschor bringt wieder die Innigkeit der Sinfonia zurück und nimmt selbst in der Taktart Bezug auf den Beginn der zweiten Kantate.

Die 3. Kantate wird wieder mit Trompeten umrahmt: „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“, und schafft so auch den inneren Bogen zur ersten Kantate. Die Hirten machen sich nun schnell auf den Weg nach Bethlehem, und Sopran und Bass reflektieren Gottes Erbarmen, das uns tröstet und frei macht - welch große Möglichkeit für uns in der Enge des Alltages! Die Alt-Arie „Schließe mein Herze“ (Solo-Violine) gehört zu den innigsten und schönsten aus dem gesamten Weihnachtsoratorium. Der Chor nimmt auch hier wieder mit den sehr fein geführten Chorälen eine besondere Stellung der ruhigen Reflektion und Annahme des Gehörten ein: „Dies hat er alles uns getan“.