Tageslosung von 20.11.2018
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!
Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Musik in St. Aegidien

Die Kleinste der Lübecker Innenstadtkirchen pflegt ein ganz eigenes Profil ihrer Kirchenmusik im Konzert unter den sieben Türmen, denn seit mehreren Jahrzehnten ist an dieser Kirche eine reiche Chortradition beheimatet. Nicht nur der renommierte Lübecker Bach-Chor, sondern auch die mehr als 100 Kinder und Jugendlichen in den Kurrenden und dem Jugendchor prägen das musikalische Leben an dieser Kirche. Die hervorragende Akustik und die Ausstattung der Kirche mit dem festen Chorpodest, mehreren Instrumenten und mit dem sogenannten „Singechor“ von 1587, dem letzten großen Lettner als Ort für musikalische Ausübung in Lübeck, bieten sehr gute Voraussetzungen. An der Westwand prangt einer der schönsten Orgelprospekte in Norddeutschland, 1625 geschaffen für das Instrument von Hans Scherer (dem Jüngeren). Das heutige Werk baute die Firma Johannes Klais (Bonn, 1982), die sichtbaren Pfeifen im Prospekt stammen noch aus dem Jahre 1714. 

 

Aktuelle Konzerte

  bruckner


Lübecker Bach-ChorLübecker Bach-Chor

am Samstag, 17. November 2018 um 20.00 Uhr

in St. Aegidien

Anton Bruckner: Messe d-Moll: Nigel Westlake: Missa solis (Requiem für Eli) für Knabensopran, Chor und OrchesterAm Samstag, den 17. November wird der Lübecker Bach-Chor mit einem herausragenden Konzert um 20.00 Uhr in St. Aegidien aufwarten. Es steht die selten aufgeführte erste Messe von Anton Bruckner in d-Moll und die „Missa solis“ des australischen Komponisten Nigel Westlake auf dem Programm. Der Lübecker Bach-Chor musiziert gemeinsam mit Mitgliedern der Lübecker Philharmoniker und einem Knabensopran der Lübecker Knabenkantorei. Die Leitung hat Kirchenmusiker Eckhard Bürger. Der Eintritt beträgt € 22,- 15,- 10,- (ermäßigt: € 18,- 12,- 8,-) zzgl. VVK-Gebühren, der Vorverkauf findet an den bekannten Stellen in Lübeck (Klassik-Kontor, Konzertkasse i. Hs. Hugendubel) sowie unter: www.luebecker-bachchor.de statt.Mit der d-Moll-Messe gelang Bruckner (1824 – 1896) im Dezember 1864 ein wichtiger und prägender Erfolg in seiner Laufbahn als Komponist: nachdem sie im November im Dom zu Linz unter seiner Leitung uraufgeführt wurde, erbrachte ihre Wiederholung 3 Wochen später im Konzertsaal eine weitere große Anteilnahme, die Zeitung sah darin „das Ausgezeichnetste, was seit langem in diesem Fache geleistet wurde“. Die Aufführung 1867 in der Wiener Hofburgkapelle erbrachte ihm den Auftrag zu einer weiteren Messe. Er hat sie in späteren Jahren noch etwas überarbeitet und ihren Stil als „sehr ernst und frei gehalten“ charakterisiert. Aus dem Rückblick zeigt sich, dass Bruckner mir diesem Stück erstmalig seinen persönlichen Stil eindrucksvoll zu Papier brachte, und die Zeitgenossen erkannten das Genie in der Nachfolge von Beethoven und Schubert. Das Motiv beim „Miserere“ im Gloria hat er dann viele Jahre später im Adagio seiner 9. Sinfonie verwendet – ein beeindruckender Bogen, den er über sein kompositorisches Leben spannte.Die Liste der erfolgreichen Filmmusiken und errungenen Preise von Nigel Westlake (*1958) ist lang. Der zunächst als Klarinettist ausgebildete Musiker hatte ein Studium der Filmmusik abgeschlossen und ist seit Mitte der 80iger Jahre in diesem Genre in seiner Heimat Australien sehr erfolgreich. So basiert auch seine „Missa solis“, seine Sonnenmesse zunächst auf filmischen Klängen. Der tragische Tod seines Sohnes Eli ließ ihn diese Musik 2010 zu einer Messe gestalten. Dabei verwendete er nicht den traditionellen Messtext, sondern stellte Texte aus europäischer (insbesondere von Giovan Leonardo Primavera aus dem 16. Jahrhundert), buddhistischer und ägyptischer Tradition zusammen. Damit gelingt ihm in 8 Sätzen eine große religiöse Zusammenschau, die er seinem verunglückten Sohn als Requiem widmete. Dies ist der Grund, weshalb der Lübecker Bach-Chor dieses außergewöhnliche Werk im November präsentiert. Die weitgespannten Klänge betten den Chor dramatisch ein, die farbige Orchesterbehandlung und das Knabensolo geben dem Werk von gut 40 Minuten Dauer phantastisches Gepräge. Der Lübecker Bach-Chor gestaltet mit diesem Konzert die deutsche Erstaufführung.

 

weiora

 

das Weihnachtsoratorium
(Kantaten 1 – 3)


von Johann Sebastian Bach in St. Aegidien zu Lübeck,


Sonntag, 16. Dezember 2018 um 16.00 Uhr und 19.30 Uhr

Der Lübecker Bach-Chor führt das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach auf. In den beiden Konzerten am dritten Adventssonntag, dem 16. Dezember 2018 um 16.00 und 19.30 Uhr erklingen die Kantaten 1 - 3 des Leipziger Thomaskantors. Die Mitglieder des Orchesters werden auf historischen Instrumenten ‚den Ton angeben‘. Außerdem werden die Konzerte ein Fest unseres musikalischen Nachwuchses sein, denn es wirken der Jugendchor sowie die mittlere und die große Kurrende an St. Aegidien mit. Als Solisten konnten Friederike Holzhausen (Sopran), Susanne Krumbiegel (Alt), Tobias Hunger (Tenor) und Yannick Debus (Bass) gewonnen werden, die musikalische Leitung hat Kirchenmusiker Eckhard Bürger.Karten zu € 25,- 19,- 10,- (ermäßigt: € 19,- 14,- 8,-) zzgl. VVK-Gebühren gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.luebecker-bachchor.de.Der Eingangschor des Kantatenzyklus von Johann Sebastian Bach aus dem Jahre 1734 stellt ohne Frage eines der bekanntesten und schönsten Stücke dar. Es ist kein Wunder, wenn er für viele Menschen unserer Tage in der Adventszeit nicht fehlen darf, denn kein Musiker oder Zuhörer kann sich dem Schwung des „Jauchzet, frohlocket…“ entziehen. Dann beginnt die Erzählung des Evangelisten Lukas, die mit dem Bild der Krippe zunächst abgeschlossen wird. Der Textdichter reflektiert danach in drei Stücken die Hinwendung Gottes in dieser Niedrigkeit der Welt: „Er ist auf Erden kommen arm“, der Choral - von den Kurrende-Kindern vorgetragen im Wechsel mit dem Bass-Solisten -, in der Trompetenarie „Großer Herr, o starker König“ und im Schlusssatz „Ach mein herzliebes Jesulein“.Die zweite Kantate erhält ihr stilles Gepräge durch die vier Oboen, die im Wechsel mit den Streichern und Flöten in der großartigen Sinfonia die Szenerie der Hirten symbolisieren. Der Engel Gottes erscheint den Hirten, und der Bass-Solist spannt mit seinem Rückgriff auf das Alte Testament („Was Gott dem Abraham verheißen“) einen großen weltgeschichtlichen Bogen. Tenor und Alt stehen bei den Arien „Frohe Hirten, eilt“ und „Schlafe, mein Liebster“ im Mittelpunkt bevor der Chor die himmlische Wucht der Engel im groß angelegten „Ehre sei Gott in der Höhe“ darstellt. Der Schlusschor bringt wieder die Innigkeit der Sinfonia zurück und nimmt selbst in der Taktart Bezug auf den Beginn der zweiten Kantate.Die 3. Kantate wird wieder mit Trompeten umrahmt: „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“, und schafft so auch den inneren Bogen zur ersten Kantate. Die Hirten machen sich nun schnell auf den Weg nach Bethlehem, und Sopran und Bass reflektieren Gottes Erbarmen, das uns tröstet und frei macht - welch große Möglichkeit für uns in der Enge des Alltages! Die Alt-Arie „Schließe mein Herze“ (Solo-Violine) gehört zu den innigsten und schönsten aus dem gesamten Weihnachtsoratorium. Der Chor nimmt auch hier wieder mit den sehr fein geführten Chorälen eine besondere Stellung der ruhigen Reflektion und Annahme des Gehörten ein: „Dies hat er alles uns getan“.